Kastration /
Sterilisation
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Definition Sterilisation: Definition Kastration: |
Hündin
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Vorteile Kastration |
Nachteile Kastration |
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keine Läufigkeit |
Risiko der OP |
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keine Scheinschwangerschaften |
Fellveränderungen möglich |
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geringeres Risiko für: |
erhöhtes
Risiko für: |
Rüde
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Vorteile Kastration |
Nachteile Kastration |
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Kann das männliche
Dominanzverhalten unterbinden |
Risiko der OP |
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Fellveränderungen möglich |
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geringeres Risiko für: |
erhöhtes
Risiko für: |
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Sonstiges: Die Vor- und Nachteile einer Kastration sind immer sorgfältig abzuwägen. Kastrierte Hunde verbrennen ihre Nahrung besser, sie fressen zwangsläufig
mehr. |
Kastration - Pro & Kontra
Alte
Diskussion mit neuen Erkenntnissen
von Med. vet. Nicole Gautschi
Hündinnen
Hündinnen, die vor der ersten Läufigkeit kastriert wurden, haben
einen ausgeprägteren Spieltrieb und sind unkomplizierter im Umgang mit
Artgenossen.
Operation
Unter Kastration versteht man die operative Entfernung der
Eierstöcke, wobei die Gebärmutter teilweise oder vollständig mit entfernt wird.
Durch diesen Eingriff ist die Hündin zeitlebens sexuell ruhig gestellt. Die
Läufigkeiten mit all ihren Unannehmlichkeiten wie Attraktivität für Rüden und
blutiger Scheidenausfluss fallen damit weg.
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Gründe: |
Zeitpunkt
Seit den 60er Jahren ist bekannt, dass durch die Kastration vor
der ersten Läufigkeit das Risiko für die Entstehung von Tumoren, ausgehend von
den Milchdrüsen, auf 0,5 Prozent gesenkt werden kann. Bei der Kastration nach
der ersten Läufigkeit beträgt das Risiko bereits 8 Prozent. Von allen
Hündinnen, die erst nach der zweiten Läufigkeit oder gar nicht kastriert
werden, entwickelt jede vierte einen Mammatumor. Wenn mal also bedenkt, dass
die Mammatumore so häufig vorkommen und rund die Hälfte davon bösartig sind,
scheint es unsinnig, mit der Kastration bis nach der ersten Läufigkeit zu
warten.
Als Argument gegen eine Frühkastration wird
immer wieder angeführt, dass die Skelettentwicklung der Hündin vorzeitig
gestoppt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen widerlegen jedoch diese
verbreitete Fehlmeinung und bestätigen, dass frühkastrierte Hündinnen genau
gleich groß werden wie ihre nicht kastrierten Wurfgeschwister.
Auch die Vorstellung, dass frühkastrierte
Hündinnen psychisch infantil bleiben, ist nicht korrekt. Zwar haben Hündinnen,
die vor der ersten Läufigkeit kastriert wurden, einen ausgeprägteren Spieltrieb
und sind unkomplizierter im Umgang mit Artgenossen. Von den meisten
Hundebesitzern werden diese Eigenschaften jedoch positiv gewertet und sind
durchaus erwünscht.
Auf die Lernfähigkeit wirkt sich die
Frühkastration nicht negativ aus. Werden jedoch große Anforderungen an den Hund
gestellt, wie z.B. bei der Ausbildung zum Schutz-, Katastrophen- oder
Blindenführhund, so empfehlen die entsprechenden Hundeausbilder eine Kastration
erst nach der ersten Läufigkeit vorzunehmen.
Vorteile
Durch die Kastration wird die Sexualfunktion irreversibel und
zeitlebens ausgeschaltet. Damit fallen auch die hygienischen Unannehmlichkeiten
im Zusammenhang mit dem blutigen Läufigkeitsausfluss weg.
Der größte Vorteil der Kastration ist jedoch
die Verhinderung von Mammatumoren, vorausgesetzt, die Hündin wird vor der
ersten Läufigkeit kastriert. Wird bis nach der zweiten Läufigkeit mit der
Operation gewartet, so ist das Risiko für Gesäugekrebs gleich groß wie bei
einer sexuell intakten Hündin, nämlich 26 Prozent. Eine Kastration nach der
zweiten Läufigkeit reduziert also das Risiko für Tumoren der Milchdrüse nicht
mehr.
Auf die normalen Hormonveränderungen nach der
Läufigkeit reagieren einige Hündinnen mit psychischen Störungen, eventuell auch
mit Gesäugeanbildung, der so genannten Scheinträchtigkeit. Dieses für Hund und
Besitzer gleichermaßen unangenehme Verhalten verschwindet mit der Kastration
vollständig.
Durch die Kastration können außerdem
Erkrankungen von Eierstöcken und Gebärmutter, vor allem die häufig vorkommende
Gebärmuttervereiterung, verhindert werden.
Nachteile
Die Harninkontinenz, auch Harnträufeln genannt, ist eine der
wichtigsten und unangenehmsten Folgeerscheinungen der Kastration bei der
Hündin. Man versteht darunter den ungewollten, unkontrollierbaren Abgang von
Urin, vor allem wenn die Hündin schläft. Weil bei der Kastration die Eierstöcke
entfernt werden, fehlen also die Geschlechtshormone, welche u.a. für den
Verschluss der Harnröhre nötig sind. Der Verschlussmechanismus der Harnröhre
ist nach der Kastration geschwächt, was schließlich zu Harnträufeln führen
kann. Hündinnen mit einem Körpergewicht von mehr als 20 Kilogramm sind mit 31
Prozent relativ häufig davon betroffen. Bei Hündinnen, die leichter als 20
Kilogramm sind, tritt die Harninkontinenz nur bei knapp 10 Prozent auf. Ein
besonders hohes Risiko ist bei den Boxern, Rottweilern, Dobermännern, Pinschern
und Riesenschnauzern nachgewiesen. So werden z.B. 65 Prozent aller kastrierten
Boxerhündinnen inkontinent. Betroffene Hündinnen sprechen in der Regel gut auf
Medikamente an, müssen jedoch zeitlebens behandelt werden.
Bei langhaarigen Hunden mit glänzendem
Deckhaar, z.B. bei Spaniels, Langhaardackeln und Irish Settern, kann es nach
der Kastration zu einem übermäßigen Wachstum des Wollhaares kommen; sie
entwickeln ein stumpfes "Babyfell". Diese Fellveränderung lässt sich
durch Behandlung mit Hormontabletten zwar verbessern, sie lässt sich jedoch
nicht vollständig beheben. Die Erfahrungen einer langjährigen Inhaberin eines
Hundesalons zeigen, dass das Babyfell bei frühkastrierten Hündinnen weniger
häufig beobachtet wird. Wesentlich seltener kommt es nach der Kastration zu
haarlosen Stellen in der Flankenregion, was bei kurzhaarigen Hunden sehr gut
sichtbar und störend ist. Viele Hündinnen haben nach der Kastration, durch den
Wegfall der Geschlechtshormone, einen größeren Appetit. Wenn sie
uneingeschränkt weitergefüttert werden, kommt es zu Fettleibigkeit und in der
Folge zu einer reduzierten Bewegungsfreudigkeit. Abhilfe verschafft eine
konsequent restriktive Fütterung und ausreichend Bewegung. Nachteilig auswirken
kann sich die Kastration bei aggressiv dominanten Hündinnen, weil dieses
Fehlverhalten nach der Operation unter Umständen noch verstärkt wird.
Rüden
Im
Gegensatz zur Hündin kann sich die Kastration beim männlichen Tier auf das
Skelettwachstum auswirken.
Bei einer Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife dauert das
Knochenwachstum länger, und der Rüde wird geringfügig größer.
Operation
Unter Kastration versteht man die operative Entfernung beider
Hoden. Durch diesen Eingriff wird der Rüde zeugungsunfähig gemacht. Kein Grund
für eine Kastration ist der gesteigerte Sexualtrieb, auch Hypersexualität
genannt, welcher vorwiegend bei Zwerghunderassen vorkommt. Rund ein Viertel der
Rüden ist davon betroffen. Sobald die Hunde in die Pubertät kommen, entwickeln
sie einen zwanghaften Drang zum Besteigen von Objekten. Sie besteigen mehrmals
täglich Spielsachen, Kissen, Menschen und Artgenossen und machen typische
Kopulationsbewegungen. Die Hypersexualität soll in erster Linie durch
erzieherische Maßnahmen korrigiert werden, indem das Besteigen von Anfang an
nicht toleriert, sondern konsequent bestraft wird. Frühkastrierte
Zwerghundrüden neigen auch zu Hysterie, was ohnehin gegen eine Kastration
spricht.
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Gründe: |
Ein weiterer Grund für die Kastration ist der
bei jedem intakten Rüden auftretende weiße, schleimige Ausfluss aus der
Vorhaut. Dieser Ausfluss läuft zwar unter dem Begriff
"Präputialkatarrh", ist aber als völlig normales Phänomen zu
beurteilen. Es bestehen große individuelle Unterschiede hinsichtlich Menge der
abgesonderten Flüssigkeit. Eine übermäßige Produktion stellt für viele Besitzer
ein hygienisches Problem dar. Mit Spülungen wird nur ein kurzfristiger Erfolg
erzielt, weshalb sich einige Besitzer für die Kastration entscheiden. Danach
hört der Ausfluss innerhalb weniger Tage auf. Medizinische Gründe, weshalb ein
Rüde kastriert werden muss, umfassen Veränderungen der Hoden und der Prostata
(z.B. Vergrößerung, Entzündungen oder Zysten). Nicht abgestiegene Hoden müssen
frühzeitig entfernt werden, weil das Risiko, dass daraus Tumore entstehen, sehr
groß ist.
Zeitpunkt
Bei Rüden ist der Zeitpunkt der Operation weniger bedeutungsvoll
als bei den Hündinnen. Rüden werden oft erst als ausgewachsene Tiere kastriert,
weil erst dann das als störend empfundene Sexualverhalten voll ausgeprägt ist und
nun ausgeschaltet werden soll. Grundsätzlich gilt, dass der Effekt der
Kastration auf das Verhalten um so geringer ist, je später die Operation
erfolgt.
Vorteile
Mit der Kastration wird eine irreversible Ausschaltung der
Sexualfunktion erreicht. Meistens ist jedoch nicht die Fruchtbarkeit, sondern
ein aggressives Verhalten der Grund für die Kastration. In diesem Zusammenhang
ist die Unterscheidung der verschiedenen Aggressionsarten wichtig, weil nicht
alle durch die Kastration gleichermaßen beeinflusst werden. So hat z.B. die
Kastration keinen Effekt auf die Aggressivität im Zusammenhang mit Futter oder
auf die Aggressivität auf Grund von Angst. Konflikte und Beißereien mit
männlichen Artgenossen dagegen, lassen sich durch die Kastration mehr oder
weniger vermeiden, wobei das Alter des Rüden zum Zeitpunkt der Operation von
großer Bedeutung ist. Je älter nämlich der Rüde bei der Kastration ist und je
länger er sein Imponiergehabe bereits praktiziert hat, um so geringer ist der
Kastrationserfolg.
Das Streunen und das Markieren im Haus wird in
den meisten Fällen durch die Kastration völlig zum Verschwinden gebracht. Wie
vorgängig erwähnt, sistiert der Ausfluss aus der Vorhaut nach der Kastration
vollständig.
Nachteile
Auch bei den Rüden führt die Kastration zu einem gesteigerten Appetit. Wird
nicht konsequent die selbe Menge weitergefüttert oder mit zunehmendem Alter
sogar eher etwas weniger, so führt dies zu Übergewicht.
Im Gegensatz zur Hündin kann sich die
Kastration beim männlichen Tier auf das Skelettwachstum auswirken. Bei einer
Kastration vor Erreichen der Geschlechtsreife dauert das Knochenwachstum
länger, und der Rüde wird geringfügig größer. Bei Spaniel-, Langhaardackel- und
Irish Setterrüden wird die Fellqualität durch die Kastration in gleicher Weise,
jedoch seltener beeinträchtigt als bei den Hündinnen.
Obwohl das Verhalten von frühzeitig kastrierten
Rüden gegenüber ihren Artgenossen in der Regel sehr friedfertig ist, zeigen die
sexuell intakten Rüden zum Teil einen sehr unangenehmen Umgang mit den kastrierten
Rüden. Viele kastrierte und somit "geschlechtsneutrale" Rüden werden
von ihren Artgenossen intensiv beschnuppert und bestiegen. Dieses
Dominanzgebaren wird von den kastrierten Hunden aber meistens nicht toleriert,
und sie nehmen bereits eine aggressive Abwehrhaltung ein, wenn sich ein
interessierter Rüde nähert.
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Fazit: Bei
den Rüden besteht weniger häufig "der Wunsch nach sexueller
Ruhigstellung" wie bei den Hündinnen. Wird die Kastration wegen erhöhter
Aggressivität eines Rüden in Erwägung gezogen, so darf mit der Operation nicht
zu lange gewartet werden. |