Ektoparasiten

 

Die Zecken sind bereits auf dem Vormarsch. Sie lieben die milden, feucht-warmen Monate von März bis Juni und von September bis Oktober. Flöhe sind zwar das ganze Jahr über aktiv, die Flohsaison erreicht aber in den Sommermonaten ihren Höhepunkt.

 

Flöhe

Ctenocephalides canis

 

In jedem Entwicklungsstadium ernähren sich die Parasiten von Blut. Flöhe sind einfach unersättlich: Sie saugen weitaus mehr Blut als sie verdauen, deshalb finden sich häufig kleine schwarzbraune „Krümel“ im Kot. Der Nachweis von Flohkot am Tier gilt als Beweis für einen Flohbefall: Dazu werden die schwarzen Partikel aus dem Fell gekämmt und auf ein weißes Papiertuch gebracht. Gibt man einen Tropfen Wasser dazu und streicht das Ganze mit dem Fingernagel aus, erscheint – sofern es sich wirklich um Flohkot handelt – ein roter Hof um die Partikel (unverdautes Tierblut).

Nur etwa 5 Prozent der Flohpopulation lebt auf dem Tier, 95 Prozent leben und entwickeln sich zum Beispiel in der Wohnung. Flöhe vermehren sich rasant! Eine rechtzeitige Prophylaxe ist deshalb um so wichtiger. Ein Weibchen legt über vier bis sechs Wochen rund 50 Eier pro Tag. Die Entwicklungsdauer bis zum erwachsenen Floh beträgt 11 bis 18 Tage.

Am häufigsten kommen bei uns Hunde- und Katzenfloh vor. Der Hundefloh befällt nur hundeartige Tiere. Der Katzenfloh ist dagegen weniger wählerisch: Er befällt notfalls auch Hunde und Menschen.

Durch Flöhe hervorgerufene Krankheitssymptome reichen von Flohspeichelallergie mit krustig juckenden Hautveränderungen bis hin zu Abmagerung und Blutarmut (Anämie) bei Massenbefall. Der Floh ist außerdem Zwischenwirt für den Bandwurm, deshalb sollte nach jedem Flohbefall grundsätzlich eine entsprechende Wurmkur verabreicht werden.

 

Zecken

Am häufigsten kommt bei uns der gemeine Holzbock (ixodes ricinus) vor. Die braune Hundezecke (rhipicephalus sanguineus) ist ursprünglich eine mediterrane Art, wird allerdings aufgrund des zunehmenden Hundetourismus vermehrt nach Deutschland eingeschleppt. Ebenfalls selten findet sich in einigen Feuchtgebieten die Auenzecke (dermacentor reticulatus).

Das vollgesogene Zeckenweibchen legt am Boden etwa 3.000 Eier ab. Der Entwicklungszyklus über Larve und Nymphe zur erwachsenen Zecke dauert durchschnittlich zwei Jahre. Alle Stadien befallen wahllos Säuger und saugen Blut. Entgegen der landläufigen Meinung lassen sich Zecken übrigens nicht von Bäumen fallen, sie heften sich vielmehr mit den Vorderbeinen an den vorbeistreifenden Wirt.

Zecken übertragen verschiedene Krankheitserreger, deshalb sollten sie grundsätzlich schnell entfernt werden, am besten mit einer Zeckenzange. Dabei sollte die Zange möglichst mit leichten Druck dicht auf der Haut aufgesetzt werden, um gegebenenfalls Ausweichbewegungen des befallenen Tiers zu verfolgen, und so lange gedreht werden, bis sich die Zecke gelöst hat. Wichtig ist es, die ganze Zecke zu entfernen, also auch den Kopf.

Genau wie der Mensch können auch Hunde mit Borreliose infiziert werden. Im Gegensatz zum Menschen kann der Hund allerdings gegen die Krankheit geimpft werden, nur leider nicht gegen alle Borreliose-Stämme.

 

Prophylaxe

 

Spot-on: Besonders beliebt, weil einfach und wirksam. Einige Produkte schützen vor Zecke und Floh. Ampullenwirkstoff, der einmal im Monat punktuell im Nacken aufgetragen wird. Für Hunde und Katzen geeignet. Produkt dringt nicht in den Blutkreislauf ein, sondern verteilt sich über die Hautoberfläche.

Für Hunde gibt es seit März 2004 ein neues Produkt von Bayer, das beim Tierarzt erhältlich ist und das gleichzeitig gegen Zecken, Flöhe und Stechmücken wirkt. Ich empfehle  ADVANTIX®  gegen Parasiten beim Hund. Näheres zu ADVANTIX®  finden Sie hier.


Halsband: Wirkt nur bei korrekter Anwendung. Das Band wird so fixiert, dass zwei Finger breit Platz zwischen Band und Hals passen. Schützt bis zu einem

halben Jahr. Für Katzen wegen Strangulationsgefahr eher ungeeignet.

Vorsicht: Die Halsbänder können für Kinder giftig sein.

 

Pille für den Floh: Wird alle drei Monate als Spot-on aufgetragen. Tötet keine ausgewachsenen Tiere, sondern verhindert die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Floh. Ist allerdings für Tiere mit einer Flohspeichelallergie ungeeignet.

 

Hausmittel: Zecken sind geruchsorientiert. Knoblauch und Lavendelwasser können also unter Umständen eine Wirkung haben. Einige Haustiere sind durch ihren Duft für Zecken attraktiver als andere. Für Tiere, die eher selten von Zecken belästigt werden, können diese Hausmittel ein leichter Schutz sein. Aber Vorsicht, nicht zu viel: Knoblauch enthält Selen, das in höheren Blutkonzentrationen für Zecken zwar tödlich ist, im Zweifelsfall vorher aber für das Tier. Auch bei ätherischen Ölen ist Vorsicht geboten: Tiernasen, besonders Katzen, reagieren empfindlich auf diese Düfte.

 

Therapie

 

Spray: Tötet Parasiten sofort ab, mit vierwöchiger Langzeitwirkung. Schwierig bei Katzen, die aufgrund des Alkoholgehaltes häufig stark speicheln.

 

Shampoo: Das Tier wird komplett gebadet, bei Katzen unmöglich in der Anwendung. Keine Langzeitwirkung, nur ein bis zwei Wochen.

 

Puder: Etwas umständlich in der Anwendung. Stumpfes Fell durch Puderpartikel.

 

Grundsätzlich gilt, sich bei einem Parasitenbefall im Zweifelsfall mit seinem Tierarzt zu beraten, um die jeweils beste Therapie und anschließend die beste Prophylaxe für sein Haustier zu finden.

 

– Alle Angaben ohne Gewähr –