Die Sinne des Hundes

 

1. Der Geruchssinn
Der Geruchsinn hat prinzipiell drei Funktionen: Er dient dem Erschnüffeln von Nahrung, warnt vor drohender Gefahr und informiert über potentielle Geschlechtspartner. Der Geruchsinn muss entwicklungsgeschichtlich eine große Rolle gespielt haben. Er meldet schon auf Distanz, wo sich Nahrung befindet. Er warnt vor Unbekömmlichkeiten und scheint sogar bei der Partnerwahl behilflich zu sein. Der Körper produziert Geruchstoffe, die Pheromone. Sie stehen in engem Zusammenhang mit dem Geschlecht und hormonellen Status eines Menschen und sind genetisch festgelegt. Eine Aussage wie „Ich kann den Typ nicht riechen" ist also durchaus wörtlich zu nehmen. So ist das beim Menschen! Trotzdem gilt der Mensch mit seinem Geruchssinn eher zu den unterentwickelten Lebewesen, wie sieht es im Tierreich aus? Auch hier dient das Riechorgan den oben beschriebenen Aufgaben. Einem Schmetterling etwa reichen schon 100 Moleküle pro Kubikzentimeter Luft, einem Aal 1000 Moleküle, beim Hund abhängig vom Stoff ebenfalls etwa 1000 Moleküle, um eine Verhaltensreaktion auszulösen. Beim Menschen müssen es bei wirksamen Substanzen 10 bis 100 Millionen sein.
Was macht einen Hund im Vergleich zum Menschen zum unübertroffenen „Ortungsgerät".
Es gibt eine Reihe von beeindruckenden Vergleichen zwischen dem menschlichen und tierischen Riechwerkzeug.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mensch 

Dackel

 

Schäferhund 

 

Anzahl Riechzellen 

5,5 Mio. 

125 Mio

 

220 Mio. 

 

Fläche Riechschleimhaut 

5 qcm 

 

 

150 qcm  

 

 

 

 

 

 

 

 

Dabei sind nicht nur die Anzahl, bzw. Größe von Riechzellen, bzw. Riechschleimhäute interessant (etwa Faktor 30 - 40), sondern vielmehr die Verschaltung mit dem Gehirn. Davon abgesehen, dass der Hund im Gegensatz zum Menschen (hier wurden keine exakten Angaben gefunden. Literaturrecherchen ergaben immer wenige Prozente) etwa 1/7 seines Gehirns für seinen Riechapparat benötigt, sind seine Riechnerven so verschaltet, dass er in der Lage ist, dreidimensional zu riechen.


Bestes Suchwetter ist, wenn die Temperatur zwischen 10 und 20°C liegt, die Luft feucht ist, der Himmel bedeckt und der Wind spürbar und stetig ist.

Gerüche schmecken
Anders als Menschen besitzen Hunde im oberen Maulbereich ein Organ, mit dem sie Gerüche auch schmecken können. Das sogenannte Vomeronasalorgan wird vorwiegend für Düfte benutzt, die mit dem Sozial- und Sexualleben zu tun haben. Es transportiert die von ihm aufgenommenen Informationen direkt an das limbische System, den Teil des Gehirns, der für die emotionalen Reaktionen eines Hundes zuständig ist. Manchmal können Sie Ihren Vierbeiner dabei beobachten, wenn er dieses Organ benützt, z.B. wenn ein Duft ihn besonders erregt. Er klappert dann leicht mit den Zähnen, macht Geräusche und oft läuft ihm eine Speichelspur aus dem Maul, während er den Geruch gleichzeitig riecht und schmeckt.

Hunde erkennen beim täglichen Spaziergang ihre Umwelt mit der Nase- sie lesen quasi mit ihrer Nase Zeitung, also wer war heute schon hier. So sollte man seinen Hund nicht gewaltsam wegziehen, wenn er gerade intensiv an einer Stelle schnüffelt- er nimmt wichtige Informationen auf und bearbeitet sie.

Jedoch empfinden Hunde andere Gerüche als angenehm als wir Menschen, so wird der Aasgeruch vom Hund als sehr angenehm empfunden, wohingegen unsere Nase protestiert.

Zudem wurde durch Züchtungen der Geruchssinn bei einigen Hunden, z.B. bei den Windhund, nicht weiterentwickelt, wohingegen sich das Sehvermögen ständig verbesserte, da diese Hunde reine "Sichtjäger" sind und nur jagen, was sich bewegt.

Der Mensch nutzt diese besondere Fähigkeit des Hundes und setzt ihn als Leichenspürhund, Drogenhund, Trüffelhund, Jagdhund und Sprengstoffhund ein.

 

2. Das Gehör:

Das Gehör des Hundes ist von Geburt an sehr gut ausgeprägt- Hunde hören etwa 15 Mal besser als wir Menschen. Der Mensch nimmt Geräusche von 16 bis 20.000 Schwingungen pro Sekunde (Hz) wahr, der Hund von 60 bis 80.000 Hz. niederfrequente Töne sind dem Hund nicht zugänglich, dafür jedoch Geräusche im Ultraschallbereich, die für den Menschen nicht wahrnehmbar sind. Dies macht sich z.B. eine Hundepfeife zu Nutze macht, die für den Menschen nicht wahrnehmbar ist.

Zudem können Hunde ihr Gehör- ebenso wie ihren Geruchssinn- selektiv einsetzten, d.h. sie blenden gewisse Geräusche einfach aus, andere wiederum filtern sie heraus.
Fast jeder Hundebesitzer kennt die Situation, dass der Hund bei lauter Radiomusik schläft und nichts wahr zu nehmen scheint- bewegt man jedoch den Futternapf, so ist er hellwach.

Hunderassen mit stehenden Ohren können diese leicht drehen, um die Geräusche noch besser zu analysieren. Hunde mit Schlappohren dagegen sind den stehenden Ohren leicht unterlegen und können nicht ganz so gut hören. Für die Bewegung der Ohren sorgen 17 verschiedene Muskeln.

Obwohl sich die Ohren der Hunde so stark in ihrem Äußeren unterscheiden, so sind sie anatomisch gesehen doch vollkommen gleich. Dabei gleicht die Struktur des Hundeohres der des menschlichen Ohres.

Hunde kommunizieren über ihre Ohren und deren Stellung.

 

3. Das Sehvermögen:

Anders als beim Menschen stehen beim Hund die Augen erst an dritter Stelle und sind denen des Menschen in ihrer Leistungsfähigkeit unterlegen. Das Sehvermögen des Hundes auf kurze Distanz ist schlechter als beim Menschen. Der Hund reagiert hauptsächlich auf Bewegungen und sieht diese auch in der Ferne recht gut.
Die Sehschärfe beträgt von ca. 7 - 100 m (in größeren Entfernungen würde er selbst sein stillstehendes Herrchen oder Frauchen nicht erkennen); Bewegungen kann er jedoch bis ca. 1000 m gut ausmachen.
Stellt sich eine vertraute Person regungslos in einer gewissen Entfernung hin, so weiß der Hund nicht recht, um wen es sich handelt. Bewegt sich nun diese Person, so erkennt ein Hund anhand der Bewegungen sofort, dass es sich um Herrchen/ Frauchen handelt.
In der Dämmerung sehen Hunde besser als am Tage, da ihr Blickfeld breiter ist als das des Menschen und ihre Netzhaut das einfallende Licht reflektiert.

Die Amerikanerin Dr. Dana Vaughan widerlegte in einer wissenschaftlichen Arbeit, dass Hunde lediglich Schwarz- Weiß sehen können. Sie fand heraus, dass die Farben "Blau", "Indigo", "Violett" und "Rot" für den Hund gut sichtbar , hingegen die Farben "Grün", "Gelb" und "Orange" für den Hund nicht zu unterscheiden sind. Diese Farben kann der Hund aber gut von der Farbe "Weiß" unterscheiden. Die Farbwahrnehmung des Hundes kann somit mit der "Rot-Grün-Blindheit" (Deuteranopie) des Menschen verglichen werden.

Meist nimmt bei älteren Hunden die Sehkraft ab, was für einen Hund jedoch nicht schlimm ist, das er sich mit seinen beiden hochentwickelten Sinnesorganen Nase und Ohren bestens zurechtfindet.

 

4. Der Geschmackssinn:

Der Geschmackssinn des Hundes ist ebenfalls recht gut entwickelt.
Dabei unterscheidet sich der Geschmack des Hundes oft wesentlich von dem menschlichen Geschmack- etwas, was jeder Hundehalter kennt, dessen Hund sich auf Aas, Pansen oder Blättermagen stürzt. Andererseits verweigern Hunde manchmal Geruch- und geschmacklos erscheinende Medikamente, die unter das Futter gemischt werden. Sie lassen es einfach stehen.

Die Hundezunge weist ca. 2000 Geschmacksrezeptoren auf, die auf süß, sauer, salzig und bitter reagieren. Die Geschmacksknospen sitzen beim Hund auf dem hinteren Teil der Zunge.
Fest steht, dass der Geschmackssinn des Hundes eng mit dem empfindlichen Geruchssinn des Hundes zusammenarbeitet. Der Hund riecht erst an der Nahrung und probiert sie dann. Er kann hierbei Geschmackseindrücke als angenehm, indifferent oder unangenehm empfinden.

 

5. Der Tastsinn:

Der Hund hat mehrere Tastorgane. So dienen die Tasthaare an den Lefzen, die Augenbrauen, die Ohren und die Beinaußenseiten als Orientierungshilfen im Dunkeln oder an engen Stellen. Allerdings stellt er sich dabei längst nicht so geschickt an wie eine Katze.

Bei vielen Rassen sind die Tasthaare auch nur noch an den Lefzen und Augenbrauen vorhanden. Mit der Zunge, dem Nasenschwamm, den Lefzen und mit den Pfotenballen kann der Hund ebenfalls tasten. Er unterscheidet damit Wärme und Kälte, Weiches und Hartes.

 

6. Der "sechste" Sinn:

Viele Hundehalter glauben an einen "sechsten" Sinn ihres Hundes- so auch ich. Obwohl es dafür keine wissenschaftlichen Beweise gibt, kommen immer wieder Situationen vor, in denen man nicht anders kann als von einem "sechsten" Sinn zu sprechen.
So werden viele Hunde etwa 10 Minuten, bevor ihr Halter zu Hause eintrifft munter und warten auf ihn.
Zudem können Hunde schon die leichtesten Stimmungsschwankungen erkennen und haben ein sehr gutes Gedächtnis.
Hunde spüren, dass etwas nicht stimmt oder das etwas passieren wird und können uns so warnen. So werden Hunde auch in der Medizin immer häufiger eingesetzte, als Hunde für Diabeteskranke, Epilepsiekranke oder als Stöberhunde.