Stimmt es eigentlich, dass Hunde Angst riechen können?

 

 

Pheromone Leider wollen nicht alle Hunde nur "spielen", manche beißen auch zu. Trifft es furchtsame Menschen öfter?

 

Grrr! Das Tier, das da auf dem Wald­weg steht, knurrt und die Zähne fletscht, macht uns unmissverständ­lich klar: Mit mir ist nicht zu spaßen, das hier ist mein Revier! Und von Frau­chen oder Herrchen natürlich weit und breit keine Spur.

Sofort fällt uns wieder ein, was wir schon als Kind zu hören bekamen: "Jetzt ganz ruhig bleiben, sonst merkt er, dass du Angst hast, und beißt dich." Doch ist es wirklich möglich, dass Hun­de etwas wahrnehmen, das wir nur empfinden?

Das funktioniert über die Nase. "Während der Mensch ungefähr 350 verschiedene Düfte unterscheiden kann, sind es beim Hund rund 1000", erläutert Professor Hanns Hatt.

Der Biologe am Lehrstuhl für Zell­physiologie der Ruhr‑Universität Bo­chum weiter: "Neben einem Individualgeruch, der durch die Gene bestimmt wird, stellt unser Körper Pheromone her. Das sind Duftstoffe, die andere Menschen nur unbewusst wahrneh­men und bei ihnen vorhersehbare Reaktionen auslösen. Jedes Gefühl wie Freude, Aufregung, Wut, Glück, Trau­rigkeit oder eben auch Angst riecht an­ders. Pheromone dienen also der che­mischen Kommunikation."

"Vielleicht ist das der Grund", so Pro­fessor Hatt, "warum ein Mensch, der vor einem Hund Angst hat, noch so mutig auf ihn zugehen kann. Das Tier nimmt den Angstgeruch wahr und wird bei ihm eher zubeißen als bei jemandem, der diesen Angstgeruch nicht ausströmt."

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Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung Wort & Bild Verlag / Apotheken Umschau